Fastnacht
Den Begriff „Fastnacht“ gab es bereits im 12. Jahrhundert – als „vastnacht“ wurde damals der Vorabend des Fasttages bezeichnet, und somit der Beginn der christlichen Fastenzeit – der Aschermittwoch. Heute ist Fastnacht ein Synonym für Fasching oder Karneval und steht für die närrische „fünfte Jahreszeit“, die hierzulande jedes Jahr ausgelassen zelebriert wird. Mit den Fastnachtsfeiern sollte früher der Winter ausgetrieben und der Frühling willkommen geheißen werden. Dabei galt es auch böse Geister zu vertrieben, die die Ernte bedrohten. Dies wurde insbesondere mit Masken, Verkleidungen und Lärm versucht.
Bis heute ist die Tradition des Verkleidens und „Lärmens“ erhalten geblieben, wenngleich auch niemand mehr versucht, damit böse Geister zu vertreiben. Vielmehr dient Fastnacht heute dazu, fröhlich und gemeinsam in Kostümen zu feiern. Während man im Rheinland von Karneval spricht, so bezeichnet man das närrische Treiben im Raum Mainz als Fastnacht. Sie dauert traditionsgemäß sechs Tage und beginnt am so genannten „schmutzigen Donnerstag“ bzw. an „Weiberfastnacht“ vor Karnevalssonntag und endet mit dem Faschingsdienstag. In dieser Zeit wird Fastnacht je nach Region mit verschiedenen Bräuchen gefeiert. Charakteristisch sind Fastnachtsumzüge, die sich durch die deutschen Innenstädte schieben und mit Festwagen, Fuß- und Tanzgruppen sowie Musikanten aufwarten. Besonders bei Kindern sind die Fastnachtsumzüge sehr beliebt, da hier traditionsgemäß Süßigkeiten in die Menge geworfen werden. Begleitet werden die Umzüge von Schlachtrufen wie „Helau!“ oder „Alaaf“, wobei letzteres im Kölner Raum, und „Helau“ in Düsseldorf oder Mainz ausgerufen wird. Neben dem Festtagsumzügen wird Fastnacht auf weiteren Veranstaltungen zelebriert, wie beispielsweise Karnevalssitzungen und Maskenbällen. Diese beginnen meist schon weit vor der Hochsaison der Fastnacht, traditionsgemäß ab dem 6. Januar. Die Karnevalszeit wird dagegen schon ab 11. November ab 11.11 Uhr eingeläutet.
Verkleidungen spielen an Fastnacht eine große Rolle. Schon seit dem Mittelalter schlüpfen Menschen an Fastnacht in verschiedene Rollen und stellen damit herrschende gesellschaftliche Zwänge auf den Kopf. Früher waren vor allem der Narr als Gottesleugner, Teufel, Hexen und Riesen als Kostüme gebräuchlich. Aber auch Tiere, denen eine bestimmte Bedeutung und biblische Laster beigemessen wurden, kamen als Kostüme zum Einsatz (so beispielsweise der Drache als Symbol für Neid oder der Esel als Symbol für Trägheit).
Heute wird der Symbolik von Fastnachtskostümen keine so große Bedeutung mehr beigemessen. Vielmehr sind die Menschen heute darum bemüht, möglichst ausgefallene, lustige und originelle Kostüme für sich zu finden und damit ausgelassen und fröhlich zu feiern. Fastnacht wird zwar in weiten Teilen Deutschlands gefeiert, doch sind die meisten Karnevalshochburgen im Rheinland zu finden. Als einer der bedeutendsten Feiern gilt der Kölner Karneval, der schon seit mindestens dem Jahr 1341 existiert und sich im Laufe des 17. Jahrhunderts zu dem entwickelte, was er heute ist. In Köln steht der Karneval jedes Jahr unter einem anderen Motto, das am 11.11. bekannt gegeben wird. In der Fastnachtszeit finden hier rund 300 Sitzungen und Kostümbälle sowie der größte Fastnachtsumzug Deutschlands statt.
